Sofortmaßnahmen nach Hochwasser:

Wasserinfrastruktur wichtiger denn je

Starkregenereignisse wie jene Ende Oktober im Südwesten Österreichs überfordern immer häufiger Hochwasserschutzvorrichtungen. Von den intensiven Niederschlägen waren diesmal besonders die Gebiete westlich von Villach bis Osttirol betroffen. An den Gewässern kam es über weite Strecken zu Ausuferungen, Ufererosionen und Dammbrüchen. Umso erfreulicher ist es, dass durch vorangegangene Vorkehrungen wie zum Beispiel den kürzlich fertiggestellten Rückhalteraum im Pressegger Seebecken größere Schäden verhindert wurden. Dies unterstreicht einmal mehr die Notwendigkeit auch zukünftig in Hochwasserschutzprojekte zu investieren.

Die Politik reagierte rasch und genehmigte für Sofortmaßnahmen in Kärnten an der Gail, Drau, Möll, Malta und Vellach insgesamt acht Förderungsanträge mit förderfähigen Gesamtkosten von mehr als 5,9 Mio. Euro und einer Förderungssumme von ca. 4,4 Mio. Euro.

Für Tirol wurden in Summe sieben Förderungsanträge für Sofortmaßnahmen an der Drau, Gail, Isel und Gailbach mit förderungsfähigen Gesamtkosten von mehr als 7,7 Mio. Euro und einer Fördersumme von ca. 5,3 Mio. Euro genehmigt.

Die Arbeiten umfassen das Schließen der Dammbrüche, die Sanierung der Uferanrisse, das Entfernen von Verklausungen sowie die Wiederherstellung der Betreuungswege, das Räumen der Ablagerungen aus den Retentionsräumen sowie die Sicherung von Hochspannungsmasten und Infrastrukturleitungen.

Der Schutz der Bevölkerung und ihres Siedlungsraums vor Hochwasser sowie die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung sind zentrale Bereiche der Daseinsvorsorge und bilden überdies eine wichtige Grundlage für den Tourismus in Österreich“, wird Bundesministerien Elisabeth Köstinger in der Presseaussendung anlässlich der 78. Kommissionssitzung der Wasserwirtschaft zitiert. In der Sitzung vom 23. November wurde insgesamt 440 Projekten des vorbeugenden Hochwasserschutzes bzw. der Instandhaltung von bestehenden Anlagen mit einer Bundesförderung von 67,4 Millionen Euro zugestimmt. Darüber hinaus können mit den zugesicherten Mitteln 15 Sofortmaßnahmen für die vom Hochwasser zuletzt stark betroffenen Bundesländer Kärnten und Osttirol rasch abgeschlossen werden. In der Kommissionssitzung Wasserwirtschaft wurden insgesamt 717 Projekte für die kommunale Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung mit einem Förderungsbarwert von ca. 50,4 Mio. Euro genehmigt. Die gesamten Bundesförderungen lösen ein Investitionsvolumen von 432 Mio. Euro aus.

Die Projekte zum Hochwasserschutz werden in Abstimmung mit der Bundeswasserbauverwaltung des Landes entwickelt. Die Bundeswasserbauverwaltung des entsprechenden Landes reicht im Namen des Begünstigten die Anträge bei der KPC ein.

Unter www.umweltfoerderung.at finden sich nicht nur die entsprechenden Förderungsangebote, sondern auch alle relevanten Informationen zum Antrag.

Links:
Umweltförderung in Österreich
Förderung Hochwasserschutz

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