Fernreisen:

KLIMANEUTRAL, UMWELTBEWUSST UND NACHHALTIG REISEN

Der Winter ist da und damit rollt eine neue Reisewelle heran. Ob Skiurlaub oder Karibikreise, die Reiseplanung ist bei den meisten von uns bereits im Gange. Für unsere Umwelt, die wir doch zumeist in solchen Urlauben genießen wollen, sind diese Reisen jedoch schädlich, dessen muss man sich bewusst sein. Doch wie kann er zumindest mit Kompromissen gelingen, der umweltschonende und nachhaltige Winterurlaub?

Muss es eine Flugreise sein?
Rund 5 % der klimaschädlichen Emissionen der Welt gehen laut der Welttourismusorganisation (1UNWTO), einer Sonderorganisation der Vereinten Nationen, auf den Tourismussektor zurück. Dreiviertel dieser Emissionen entstehen durch den Transport, also hauptsächlich durch Flüge und Autoreisen. Dort wo es möglich ist wird der Umstieg auf alternative Transportmittel wie die Bahn empfohlen. Wenn es wirklich der Flug oder die Autoreise sein müssen, können Ausgleichszahlungen für Klimaschäden geleistet werden. „Reisen ist nie klimaneutral. CO2-Emissionen können nunmal nicht gänzlich verhindert werden. Es ist aber möglich die verursachten Emissionen an anderer Stelle, zum Beispiel in Klimaschutzprojekten, einzusparen. Das passiert über CO2-Kompensation.“ meint Mag. Andrea Stockinger von Climate Austria.

Climate Austria ist eine österreichische Plattform für CO2-Kompensationen. Angeboten wird die Kompensation über österreichische aber auch internationale Klimaschutzprojekte. „Über unseren CO2-Rechner können private CO2-Emissionen bequem berechnet und kompensiert werden. Im Bereich Mobilität und Reise lassen sich sowohl Flüge und Autoreisen als auch Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln berechnen. “ erklärt Stockinger. Einige Fluglinien möchten mittlerweile Kompensationstools für die Zielgruppe der umweltbewussten Reisenden zur Verfügung stellen. Die Austrian Airlines sind jahrelanger Partner von Climate Austria und bieten klimaneutrales Fliegen für ihre Kunden an. Emissionen durch den Flug können direkt auf der Buchungsplattform der AUA berechnet und anschließend kompensiert werden. Das Service ermöglicht den Mehraufwand für klimaneutrales Fliegen gering zu halten.

Was kann ich vor Ort tun um das Klima zu schützen?
Genauso wie im täglichen Leben, gilt es auch beim nachhaltigen, umweltfreundlichen Reisen, das eigene Verhalten selbstkritisch zu hinterfragen. Wie viel Strom oder Wasser wird verbraucht? Wie kann man auch auf der Reise auf Mülltrennung achten bzw. weniger Müll verursachen? Strom, Raumwärme und Warmwasserverbrauch, die nicht so schon eingespart werden können, können ebenfalls kompensiert werden. Der CO2-Rechner von Climate Austria ermöglicht es auch so entstandene CO2-Emissionen zu kompensieren. „Reisen mit gutem Gewissen ist schwierig aber nicht unmöglich. An erster Stelle sollte selbstverständlich klimabewusstes Handeln stehen, um die persönliche CO2-Bilanz zu senken und aktiv zum Klimaschutz beizutragen. Die Kompensation ist dann das Plus um wirklich klimaneutral zu handeln.“ schließt Andrea Stockinger von Climate Austria.

Tipps für umweltbewusstes Reisen:

  • Auch vor Ort: Fahrten mit dem Rad und öffentlichen Verkehrsmitteln Vorrang geben
  • Lokale Produkte kaufen und lokale Services wahrnehmen. Mit lokalem Essen und Kunsthandwerk und ortsansässigen Tourguides wird die Gemeinschaft vor Ort unterstützt und man erhält Einblicke in die Kultur des Landes
  • All-inclusiv-Angebote sind für Gastgeberländer wenig gewinnbringend. Zwar locken derlei Angebote oft mit günstigen Preisen, können für die Urlaubsländer aber sogar schädlich sein, da sie die einheimische Bevölkerung zu einem erheblichen Teil von den Einnahmen aus dem Tourismus abschneiden.
  • Darauf achten, keine Dinge zu kaufen, die aus raren natürlichen Ressourcen gemacht sind oder für die bedrohte Tierarten gejagt wurden.
  • Die Aktivitäten im Urlaub sollten an die örtlichen Bedingungen angepasst sein. Vom Golfspielen in trockenen Wüstenregionen, Motocross-Touren in üppigen Regenwälder oder einsamen Bergregionen ist genauso abzuraten wie vom Jetskifahren in Mangrovenwäldern
  • Respekt für Umwelt und Natur! Reduce, reuse and recycle!
  • Der zweitgrößte Anteil der CO2-Emissionen im Tourismussektor entfällt auf die Unterkünfte. Anerkannte Tourismussiegel wie das EU Ecolabel, das offizielle Umweltzeichen der Europäischen Union oder das Österreichische Umweltzeichen für Tourismus wollen hier für Orientierung sorgen. Fairness gegenüber der Natur, wirtschaftlicher Auftrieb, Jobchancen für die lokale Bevölkerung und Umweltschutz fließen in die Betrachtung nachhaltiger Tourismusangebote ein. Ausgezeichnete Betriebe müssen je nach Label eine Vielzahl an Umweltaspekten, darunter auch Abfallmanagement, Energiesparen oder umweltfreundliche Anreise berücksichtigen.

Weitere Informationen zum klimafreundlichen Reisen finden Sie unter folgenden Links:

CO2-Kompensation: www.climateaustria.at 
Welttourismusorganisation: www.unwto.org
EU Ecolabel: www.ec.europa.eu/environment/ecolabel/
Österreichisches Umweltzeichen für Tourismus: www.umweltzeichen.at  

1Quelle: UNWTO cf.cdn.unwto.org/sites/all/files/docpdf/climatechange.pdf 25.10.2016

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