Thermische Gebäudesanierung:

Sanierungsoffensive 2018

In der im Frühjahr 2018 von der Bundesregierung festgelegten Mission2030, der integrierten Klima- und Energiestrategie ist die Sanierungsoffensive ein wichtiger Eckpunkt und „Leuchtturm“ zur Umsetzung der darin festgelegten Ziele.

Neben der Förderung von thermischen Sanierungen von Gebäuden und der damit forcierten Verringerung des Heizwärmebedarfs, soll zusätzlich ein Anreiz für den Ausstieg aus fossilen Heizungen gegeben werden. Erreicht wird dies mit dem „Raus aus Öl“-Bonus, den sich Betriebe genauso wie Privatpersonen abholen können, wenn sie im Rahmen der Sanierung eine Ölheizung oder eine andere fossile Heizung durch ein klimafreundliches Heizsystem ersetzen. Das neue Heizungssystem kann eine Holzzentralheizung, ein Fernwärmeanschluss, eine Solaranlage oder eine Wärmepumpe sein.

Start der Förderungsaktion
Eine Antragstellung ist seit 18.06.2018 möglich. AntragstellerInnen können Betriebe genauso wie Privatpersonen sein, wobei die Rahmenbedingungen und der Prozess der Antragstellung unterschiedlich sind. Weitere Informationen zur Sanierungsoffensive finden Sie unter www.sanierung18.at.

Anreize für Einfamilienhäuser und Betriebsgebäude
Eine Erhöhung der Förderungspauschalen für die Sanierung von Einfamilienhäusern soll zusätzlich einen Beitrag zur Steigerung der Sanierungsrate liefern und die CO2-Bilanz Österreichs weiter verbessern. Für Betriebe wird das bestehende Förderungsangebot weitgehend beibehalten. Als Anreiz für einen weiteren Schritt zur Schaffung nachhaltiger Betriebsgebäude werden gebäudeintegrierte Photovoltaikanlagen gefördert - wenn sie gemeinsam mit der Sanierung umgesetzt werden.

Förderungen für die Sanierung von Betriebsgebäuden
Im Rahmen der betrieblichen Sanierungsoffensive werden weiterhin Maßnahmen zur Verbesserung des Wärmeschutzes von betrieblich genutzten Gebäuden gefördert. Hierfür muss das Objekt älter als 20 Jahre sein. Gefördert wird u.a. die Dämmung von Außenwänden, Geschossdecken und Dächern sowie die Sanierung bzw. der Tausch der Fenster und Außentüren. Die Förderungshöhe orientiert sich an der erzielten Sanierungsqualität und beträgt bis zu 30 Prozent der förderungsfähigen Kosten.

Zusätzlich kann auch die Installation einer gebäudeintegrierten Photovoltaik-Anlage mit einem pauschalen Fördersatz von bis zu 375 Euro/kWpeak gefördert werden. Für die Umstellung einer fossilen Heizungsanlage auf ein klimafreundliches Heizsystem gibt es einen Bonus in der Höhe von 5.000 Euro.

Betriebe, sonstige unternehmerisch tätige Organisationen sowie Vereine und konfessionelle Einrichtungen stellen ihren Förderungsantrag direkt online bei der KPC. Der Antrag muss vor der ersten rechtsverbindlichen Bestellung eingelangt sein. Für mehr Informationen klicken Sie hier: www.sanierungsoffensive18.at

Pauschale Förderung für Einzelmaßnahmen nach Umsetzung wird fortgesetzt
Unverändert bleibt 2018 das Förderungsangebot für Einzelmaßnahmen (Fenster- und Türentausch, die Dämmung der obersten Geschossdecke oder des Daches). Hier wird die Förderung als Pauschale abhängig von der Fläche der sanierten Bauteile (Euro/m²) ermittelt. Die Antragstellung für Einzelmaßnahmen ist bis zu sechs Monate nach Umsetzung der Maßnahmen möglich.

Für eine Online-Einreichung sind lediglich:

  • das Formular Rechnungszusammenstellung, 
  • die Rechnungskopien für die getätigten Maßnahmen sowie 
  • eine Kopie des Lichtbildausweises erforderlich.

Mehr Informationen finden Sie bitte hier: www.umweltfoerderung.at/Sanierungsoffensive18-Einzelmassnahmen

Sanierung im privaten Wohnbau
Im Bereich des privaten Wohnbaus steht der Sanierungsscheck wie bisher für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Reihenhäuser und mehrgeschossige Wohnbauten auch heuer wieder zur Verfügung. Gefördert werden thermische Sanierungen für Gebäude, die älter als 20 Jahre sind sowie der Ersatz von fossilen Heizungssystemen.

Der „Raus aus Öl“–Bonus kann auch von Privatpersonen abgeholt werden, wenn im eigenen Wohnbereich die bestehende Ölheizung oder ein anderes fossiles Heizungssystem durch ein klimafreundliches System unter Verwendung von erneuerbaren Energieträgern ersetzt wird. Gefördert werden Holzzentralheizungen, Fernwärmeanschlüsse, thermische Solaranlagen oder Wärmepumpen. Dabei gibt es aufgrund der unterschiedlichen Sanierungsarten im Privatbereich folgende Kombinationsmöglichkeiten:

  • Wurde bereits saniert und das Bestandsgebäude entspricht dem Standard einer umfassenden Sanierung, erhält man eine Förderung für den Kesseltausch in Höhe von 5.000 Euro. Eine zusätzliche/neuerliche thermische Sanierung ist dann nicht notwendig.
  • Wird in Kombination mit dem Heizungstausch die oberste oder unterste Geschoßdecke gedämmt bzw. die Fenster getauscht, beträgt die Förderung insgesamt bis zu 8.000 Euro.
  • Bei Teilsanierungen und umfassenden Sanierungen beträgt die Förderung inkl. dem „Raus aus Öl“-Bonus 9.000 bis 11.000 Euro.

1.000 Euro mehr für Einfamilienhäuser
Zusätzlich sind 2018 die Förderungspauschalen im Bereich der thermischen Sanierung von Einfamilienhäusern im Vergleich zum Vorjahr um jeweils 1.000 Euro erhöht worden. Förderungsfähig sind dabei weiterhin umfassende Sanierungen nach „klimaaktiv Standard“ bzw. „gutem Standard“ sowie Teilsanierungen, die zu einer Reduktion des Heizwärmebedarfs von mind. 40 Prozent führen.

Auch im mehrgeschossigen Wohnbau kann der „Raus aus Öl“-Bonus in Anspruch genommen werden. Die Bundesregierung unterstützt hier die Heizungsumstellung mit maximal 1.000 Euro je Wohneinheit. Wie im letzten Jahr ist im mehrgeschossigen Wohnbau bei Sanierungen der Sanierungsstandard klimaaktiv zu erreichen, dafür gibt es je Wohneinheit maximal 3.000 Euro.

Sämtliche Projekte im privaten Sanierungsbereich erhalten weiterhin einen Zuschlag von 1.000 Euro für die Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen, insgesamt (inkl. Zuschlag) können maximal 30 Prozent der förderungsfähigen Kosten gefördert werden.

Liefer- und Leistungsdatum
Für alle Projekte gilt, dass das Liefer- und Leistungsdatum von zur Förderung eingereichten Maßnahmen zwischen 01.01.2018 und 30.06.2020 liegen muss. Demnach können - sofern die übrigen Förderungskriterien eingehalten werden - erstmals auch Sanierungsprojekte eingereicht werden, die bereits im heurigen Frühjahr begonnen wurden.

Antragstellung
Anträge können, vorzugsweise per E-Mail, direkt an eine der teilnehmenden Bausparkassenzentralen übermittelt oder bei einer Bankfiliale zur Weiterleitung abgegeben werden. Mehr Informationen finden Sie hier: www.sanierungsscheck18.at

Die Kombination der Bundesförderung mit Landesförderungen ist möglich.  

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