150. Kommissions-sitzung der UFI

JUBILÄUMS-KOMMISSIONSITZUNG STAND GANZ IM ZEICHEN NEUER FÖRDERungsSCHIENEN UND ANPASSUNGEN

Im Rahmen der 150. Kommissionssitzung am 28.06.22 in Linz feierte die Umweltförderung im Inland (UFI) Jubiläum und zog Bilanz über beinahe 40 erfolgreiche Jahre: seit 1983 wurden 88.757 Umweltprojekte mit einem Investitionsvolumen von rund 12,2 Mrd. Euro und einem Förderungsbarwert von rund 2,1 Mrd. Euro gefördert.

Vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Entwicklungen und dem damit verbundenen Anstieg der Preise für Energie- und Umweltinvestitionen, sowie wachsenden Unsicherheiten bei der Versorgung mit fossilen Energieträgern in Österreich erfolgte im Rahmen dieser Kommissionssitzung die Einführung neuer Förderungsangebote, sowie die Anpassung bestehender Förderungsbestimmungen.

Neu ist die Förderungsaktion „Klimafitte Gebäude für Schutzbedürftige“ aus dem österreichischen Aufbau- und Resilienzplan (ÖARP). Gefördert werden Maßnahmen zur Verbesserung des Wärmeschutzes von Gebäuden, die älter als 20 Jahre sind und die Installation einer klimafreundlichen Heizung. Voraussetzung ist die Unterbringung einkommensschwacher und schutzbedürftiger Personen. Die Förderung beträgt bis zu 100 % der anfallenden Nettokosten. Zur Förderungsaktion Klimafitte Gebäude für Schutzbedürftige.

Im Rahmen des neuen Förderungsbereiches „Raus aus Öl und Gas“ – erneuerbare Prozessenergie für Betriebe soll ein Anreiz für Betriebe geschaffen werden, bestehende fossile Produktionsanlagen oder -prozesse auf erneuerbare Energieträger umzurüsten.

Die Förderung beträgt 45 % der Investitionsmehrkosten und kann für Klein- und Kleinstunternehmen um 20 %, sowie für mittlere Unternehmen um 10 % erhöht werden. Die Anwendung dieser Zuschläge ist für Förderungsanträge, die bis zum 30.09.2023 einlangen, möglich. Zur Förderungsaktion Raus aus Öl und Gas – erneuerbare Prozessenergie für Betriebe.

Anhebung des CO2-Deckels und der Förderobergrenze im Rahmen des „Inflationspakets“
Aufgrund der aktuellen Marktsituation bei Umwelttechnikinvestitionen kommt es derzeit für Projekte in allen Phasen der Umsetzung zu erheblichen Preissteigerungen. Im Rahmen dieser Entwicklungen wird die umwelteffektbezogene Förderungsobergrenze (CO2-Deckel) von bisher 60 auf 75 Euro pro jährlich vermiedener Tonne CO2 angehoben.

Weiters wird insbesondere für Projekte im Bereich der Wärmeversorgung auf Basis erneuerbarer Energieträger oder Abwärme die Förderobergrenze von 4,5 Mio. Euro auf 6,0 Mio. Euro pro Projekt angehoben.

In den Förderungsbereichen „Thermische Gebäudesanierung“ und „Neubau in effizienter Bauweise für Betriebe“ erfolgt eine Anhebung der Förderpauschalen.

Umgang mit Kostensteigerungen bei Förderungsprojekten
Bei Kostenerhöhungen von Projekten vor Genehmigung werden zukünftig neben Kostenvoranschlägen auch Kostenschätzungen von befugten Professionisten zur Bestimmung der förderungsfähigen Investitionskosten akzeptiert.

Vereinfachung des QM-Prozesses
Weiters sollen zukünftig Nahwärmeanlagen mit weniger als 4 Wärmekunden und Wärmeverkauf von weniger als 20 % sowie Abwärmenetze von den Bestimmungen des Qualitätsmanagementsystems ausgenommen werden.

Mohnblumenfeld
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