GEWÄSSERÖKOLOGIE:

MUR-AUFWEITUNG UND MÄANDER ST. MICHAEL, SALZBURG

Die Mur war in ihrem Oberlauf im Salzburger Lungau bis in das 19. Jahrhundert durch einen mäandrierenden (schlängelnden) Flussverlauf geprägt. Ab den 1870er-Jahren begann man, zum Schutz vor Hochwasser und zur Erleichterung der landwirtschaftlichen Tätigkeit, die Mur zunehmend zu begradigen und erhielt für die folgenden hundert Jahre weitgehend ein geometrisches und strukturarmes Flussbett.

In einem im Jahr 2008 ausgearbeiteten Gewässerentwicklungskonzept wurde der Flussraum aus den Blickwinkeln des Hochwasserschutzes, der Flussmorphologie und der Gewässerökologie bewertet, und die für die Zukunft angestrebten Zielzustände wurden definiert. Auf dieser Basis wurden seither sowohl eine Reihe von Hochwasserschutzmaßnahmen als auch gewässerökologische Maßnahmen entwickelt und umgesetzt.

Aktuell werden an der Mur in St. Michael im Lungau gewässerökologische Maßnahmen auf einer Länge von ca. 600 m verwirklicht. Dieser einst begradigte Flussabschnitt soll durch großzügige Aufweitungen des Flussbettes und Einbeziehung der Vorländer in den Flussraum sowie durch Herstellen von Mäandern in seine ursprüngliche Struktur gebracht werden und angrenzende Lebensräume anschließen. Der bestehende Hochwasserschutz im Flussabschnitt ist auf den Schutz vor einem 100-jährlichen Hochwasserereignis ausgelegt. Dieser wird auch nach Umsetzung der gewässerökologischen Maßnahmen erhalten bleiben, womit eindrucksvoll das Potenzial des Zusammenspiels von Hochwasserschutz und Gewässerökologie demonstriert wird.

Im zweiten Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan (NGP 2015) wurde der Gesamtzustand der Mur im Projektgebiet mit mäßig (3) bewertet. Mit den bereits umgesetzten und noch geplanten Maßnahmen soll die Flussaufweitung mit den Mäandern in St. Michael zu einer Verbesserung des Gesamtzustandes und am Ende der Planungsperiode des dritten NGP zu einer Bewertung mit gut (2) führen.

Der Baubeginn erfolgte im Herbst 2020, die Arbeiten sollen innerhalb eines Jahres bis Herbst 2021 abgeschlossen werden. Die Errichtungskosten betragen rund 1,8 Millionen Euro, sie werden zur Gänze aus Bundesmitteln finanziert.

Rückfragen richten Sie bitte an Herrn DI Dr. Johannes Laber per E-Mail: j.laber(at)kommunalkredit.at

Informationen zur FÖRDERUNG DER KOMMUNALEN GEWÄSSERÖKOLOGIE

Urheberrecht: Land Salzburg, Abteilung 7 – Wasser