FÖRDERUNGEN GEWÄSSERÖKOLOGIE:

SANIERUNG VERBAUTER FLÜSSE

Unsere Wasser- und Lebensqualität sind untrennbar miteinander vereint. Den Schutz und Erhalt heimischer Gewässer sichern Förderungen des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT) im Bereich Wasserwirtschaft. Neben den Maßnahmen in der Siedlungswasserwirtschaft werden seit 2009 im Rahmen der Förderungsschiene „Gewässerökologie“ Projekte, welche die Herstellung der Durchgängigkeit der Fließgewässer für Fische und andere aquatische Organismen ermöglichen, und morphologische Maßnahmen an den Gewässern, wie beispielsweise Renaturierungen, Flussaufweitungen sowie der Anschluss von Nebengewässern, gefördert.

In den letzten Jahrhunderten wurden viele unserer Gewässer stark verändert. Dies hat besonders in den Gewässern, die von Wanderfischen bewohnt werden, zu einer Beeinträchtigung des Fischbestandes geführt. Die gewässerökologischen Maßnahmen umfassen Projekte, die genau hier ansetzen und die Lebensbedingungen für Fische durch die Herstellung der Durchgängigkeit sowie die Restrukturierung von verbauten Fließgewässerstrecken verbessern. Die österreichische Gewässerökologieförderung als Instrument der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie gilt als internationales Vorzeigeinstrument.

Um die Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen und diese Maßnahmen finanziell zu unterstützen, standen auf Bundesseite seit 2009 Förderungsmittel in der Höhe von 140 Mio. Euro zur Verfügung. Diese Mittel sind komplett ausgeschöpft. Umso erfreulicher ist es, dass vor wenigen Wochen durch eine Novelle des Umweltförderungsgesetzes weitere 200 Mio. Euro bis zum Jahr 2027 für Maßnahmen zur Verbesserung des ökologischen Zustandes der Gewässer zur Verfügung gestellt werden.

Die näheren Rahmenbedingungen für die Vergabe der Förderung Gewässerökologie sind in zwei Förderungsrichtlinien konkretisiert, einerseits für kommunale Förderungswerber (Gemeinden, Verbände) und andererseits für WettbewerbsteilnehmerInnen (E-Wirtschaft, sonstige Betriebe).

Die Abwicklung der Förderung erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen dem BMLRT, vertreten durch die Abwicklungsstelle Kommunalkredit Public Consulting (KPC) und den Bundesländern.

Projektbeispiel Fischaufstiegsschnecke beim Kraftwerk Dietz an der Fischach

Bedingt durch das Ausleitungswasserkraftwerk KW Dietz war die Fischach in der Gemeinde Bergheim für Fische und andere aquatische Lebewesen nicht passierbar. Zudem wurde für diesen Gewässerabschnitt zu wenig Restwasser abgegeben, sodass kein guter Zustand des Gewässers mehr gewährleistet war.

So wurde die Passierbarkeit des feststehenden Wehres an der Wasserfassung des KW Dietz mit Hilfe einer Fischaufstiegsschnecke umgesetzt. Diese wurde zusammen mit einer Restwasserschnecke an der rechten Uferseite errichtet. Beide Schnecken sind in betonierten Schächten gelagert. Um eine Lockströmung zu erzeugen, die die Fische zur Fischaufstiegsschnecke lenkt, wurde vom Unterende der Restwasserschnecke Wasser über einen Durchlass zur Fischaufstiegsschnecke geleitet. Ein Vertikalrechen am Unterende der Fischaufstiegsschnecke verhindert, dass die Fische über den Durchlass zur Restwasserschnecke fehlgeleitet werden. Auf diese Weise werden die Fische in die Öffnung der Fischaufstiegsschnecke geleitet, anschließend nach oben gehoben und am Oberende mitsamt dem Wasser wieder freigelassen. Über ein Gerinne gelangen die flussauf beförderten Fische dann in den Stauraum und können ihre Wanderung fortsetzten.

Die Funktionskontrolle der Fischaufstiegsschnecke erfolgte über eine am Oberende installierter Fangbox. Die Fischaufstiegsschnecke mündete während des Monitorings oberwasserseitig in eine Blechrutsche, über welche das Wasser und die darin enthaltenen Fische aus der Schnecke ins Oberwasser geleitet werden. Am Ende dieses Rutschbleches wurde eine Fangbox montiert, in welcher alle Fische gehältert wurden. Die Box wurde täglich entleert und die gefangenen Fische auf Artniveau bestimmt und deren Länge gemessen. Danach wurden die Fische ins Oberwasser des KW Dietz entlassen. Die hohe Anzahl an aufgestiegenen Individuen, das große Artenspektrum und die Vielfalt der Größenklassen belegen eine sehr gute Funktionsfähigkeit der Fischaufstiegsschnecke.

Fischaufstiegsschnecken werden an einer zunehmenden Zahl von Standorten als innovative, technische Lösung für den Fischaufstieg eingesetzt. Derzeit stehen zwei unterschiedliche Bautypen derartiger Schnecken zur Verfügung. Einerseits die einfache Fischaufstiegsschnecke, die häufig mit einer parallel betriebenen Wasserkraftschnecke eingesetzt wird. Andererseits die Doppelrohrschnecke, bei der eine Außenrohrschnecke zur Energieproduktion und eine Innenrohrschnecke zum Fischaufstieg dient. Die Maßnahmen in diesem Bereich erfreuen sich stetig wachsender Zahlen: sowohl die Anzahl der im Bewilligungsverfahren stehenden als auch bereits in Betrieb befindliche Fischaufstiegsschnecken steigt jährlich.

Förderungen Wasserwirtschaft

Einen Überblick über das Förderungsangebot in der Wasserwirtschaft des BMLRT erhalten Sie auf der Webseite: www.umweltfoerderung.at/wasser 

Für Detailinformationen senden Sie bitte Ihre Anfrage an wasser(at)kommunalkredit.at. Das Team der KPC berät Sie gerne und beantwortet Ihre Fragen.

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