ABWASSERENTSORGUNG:

RESERVELEITUNG ERHÖHT BETRIEBSSICHERHEIT

Seedruckleitungen wurden seit Beginn der 1970er Jahre an mehreren Seen in Österreich im Zuge der Errichtung der Abwasserentsorgung der jeweiligen See-Anrainergemeinden errichtet. Viele dieser Leitungen wurden nur in einfacher Ausführung (d.h. ein Strang) ausgeführt. Da die Leitungen ihre Lebensdauer von 50 Jahren in naher Zukunft erreichen, stellte sich die Frage nach dem von ihnen ausgehenden Risiko, insbesondere in Verbindung mit der starken touristischen Nutzung der betroffenen Seen. Dieses Thema war im Jahr 2015 Gegenstand einer österreichweiten Erhebung des Zustandes von Seedruckleitungen und darauf aufbauenden Maßnahmen zu deren Absicherung bzw. Sanierung. An einem der daraufhin umgesetzten Musterbeispiele wird derzeit am Fuschlsee gearbeitet.

Die gesamten Schmutzwässer des Gemeindegebietes Fuschl von rund 430 Objekten, davon 30 Beherbergungsbetriebe, werden derzeit mittels bestehender Seeleitung durch den Fuschlsee nach Hof gepumpt. Dies entspricht einer durchschnittlichen Abwassermenge von ca. 600 m3 pro Tag.

Die bestehende Seeleitung wurde 1974 errichtet und weist mittlerweile ein Alter von 44 Jahren auf. Nunmehr ist die Errichtung einer zweiten Seeleitung mit einer Länge von rund 4.200 Laufmetern durch den Fuschlsee als Reserveleitung geplant, um damit die Betriebssicherheit zu erhöhen. Zukünftig kann somit jeweils eine Leitung bei Bedarf gereinigt werden. Dies war bei einer Leitung nicht möglich, da das Risiko bei einer möglichen Verstopfung zu groß gewesen wäre.

Die Investitionskosten für die Maßnahme belaufen sich auf 830.000 Euro, die Bundesförderung durch die Siedlungswasserwirtschaft des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT) von 91.000 Euro entspricht einem Förderungssatz von 11 %.

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