AUFREINIGUNGSKASKADE:

ERFORSCHUNG KOMBINIERTER IN-SITU SANIERUNGSVERFAHREN FÜR GEALTERTE KOHLENWASSERSTOFFSCHÄDEN

In Österreich existieren zahlreiche Verdachtsflächen und Altlasten mit gealterten MKW-Schäden, von denen Gefährdungen für Mensch und Umwelt ausgehen. Sanierungsmaßnahmen sind in vielen Fällen nur unter gesamtwirtschaftlich nicht vertretbarem Aufwand umzusetzen. Mit einer Technologie zur kostengünstigen in-situ Sanierung kontaminierter Standorte kann über die Senkung der Sanierungskosten ein wichtiger Beitrag zum Flächenrecycling geleistet werden.

Das Forschungsprojekt „Aufreinigungskaskade“ zielt auf die Sanierung von persistenten Kohlenwasserstoffschäden, insbesondere Mineralölkohlenwasserstoffen (MKW) und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) ab. Hierbei sollen wichtige Erkenntnisse durch die Erforschung der Kombination physikalischer und biologischer in-situ Sanierungsverfahren für gealterte Kohlenwasserstoffschäden gewonnen werden.

PAK sind aufgrund ihrer Persistenz und geringen mikrobiologischen Verfügbarkeit gerade bei Altschäden von großer Bedeutung. Der Einsatz von Vliestechnologien ist in der praktischen Anwendung von Altlastensanierungsmaßnahmen derzeit noch nicht vertreten, ebenso wenig wie die Forcierung der biologischen Abbauaktivitäten durch den gezielten Einsatz von Enzymen. Im vorliegenden Projekt werden neue in-situ Ansätze gemeinsam mit on-site Verfahren verfolgt, wobei der Schwerpunkt auf die Erforschung von innovativen und kombinierten in-situ Sanierungsmethoden gelegt wird.

Die einzelnen Verfahren müssen nicht notwendigerweise in Kombination zur Anwendung kommen, sondern können standortspezifisch auch separat eingesetzt werden.

Weitere Ziele des Projekts sind die Quantifizierung des ökonomischen und ökologischen Nutzens der neuen Verfahrenskombination im Vergleich zu Verfahren nach dem heutigen Stand der Technik, die Untersuchung für Kriterien für eine Anwendung in der Praxis und die Einsatzmöglichkeiten und Grenzen der neuen Verfahrenskombination.

Die Ergebnisse des Projektes werden in internationalen Fachzeitschriften publiziert. Darüber hinaus ist vorgesehen, Ergebnisse dem österreichischen Expertenkreis mittels Workshops vorzustellen.

Forschungskonsortium

Durch die Einbindung von wirtschaftlichen Partnern (KMU) wird die Feldanwendung von Erkenntnissen bereits zu Beginn der Forschungsarbeiten mitgedacht und in weiterer Folge in der Verfahrensentwicklung berücksichtigt. Das gegenständliche Projekt baut auch auf einem abgeschlossenem KPC-Projekt auf (ISPAK - Entwicklung eines Pflanzenöl-basierenden Verfahrens zur in-situ-Sanierung von PAK-kontaminierten Böden). Die Vorteile dieser Technologie sollen auf MKW-Kontaminationen umgelegt und in die neue Verfahrenskombination integriert werden. Das Konsortium besteht aus drei KMU‘s, einer Fachhochschule und einer Universität. Die federführenden Wissenschaftler sind Prof. Dr. Andreas Loibner, Dr. Doris Ribitsch, PD DI Dr. Maximilian Lackner und Dr. Hermann J. Heipieper. Ergänzend steuern zwei internationale Experten Wissen in den Bereichen Vlieswerkstoffe und -anwendungstechnologien sowie mikrobielle Adaption an extreme Bedingungen bei. Durch das fachlich sehr breit aufgestellte Projektteam mit internationalen Experten ist eine erfolgreiche Durchführung des Projektes zu erwarten.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt Aufreinigungskaskade finden Sie unter www.kaskade.at

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