UFI-Projekt April 2022

Treibacher Industrie AG - Mehr Nachhaltigkeit im Produktionsprozess durch Anlagenoptimierung

Die Treibacher Industrie AG wurde 1898 von Dr. Carl Auer von Welsbach gegründet und hat ihren Firmensitz noch heute in Althofen/Kärnten (AUT). Hier werden Vorprodukte für technologisch hoch anspruchsvolle Anwendungen entwickelt, produziert und an Kunden in aller Welt geliefert. Das Spektrum reicht dabei von Vorstoffen für die Pharmaindustrie und Biomedizin, über Beschichtungen für die Flugzeug- und Katalysatorindustrie bis hin zu hochwertigen Vorlegierungen für die weltweite Stahlindustrie. Darüber hinaus ist die Treibacher Industrie AG in Europa Markt- und Technologieführer für das Recycling von verbrauchten Katalysatoren aus der Erdölindustrie, wodurch jedes Jahr tausende Tonnen Primärressourcen wie Vanadium, Nickel und Molybdän eingespart werden.

Nachhaltigkeit und Umweltschutz als Teil der Firmenphilosophie
Umweltfragen und Ressourcenschonung sind ganz besondere Anliegen der Treibacher Industrie AG. Darum werden Betriebsführung und die Produktionsprozesse kontinuierlich im Hinblick auf den Umweltschutz optimiert. Zusätzlich zu vielen präventiven Maßnahmen werden die Emissionen und Immissionen ständig kontrolliert. Beobachtet werden vor allem Luft, Wasser und Lärm. Investitionen in den Umweltschutz machen heute bereits 20 % der Gesamtinvestitionen aus.

In der Vanadiumoxidanlage der Treibacher Industrie AG werden aus Vanadium(V)-haltigen Stahlwerksschlacken in einem vielstufigen, vollkontinuierlichen Prozess Vanadiumoxide hergestellt. Die Anlage ist durchgehend ganzjährig in Betrieb. In der ersten Prozessstufe, der Röstung, wird die V-haltige Stahlwerksschlacke mit Zuschlagstoffen versetzt und in zwei parallel-betrieben Etagenöfen bei ca. 750 °C geröstet. Die Röstung der Stahlwerksschlacke ist die mit Abstand energieintensivste Prozessstufe. Daneben wird am Standort ein Reduktionsofen betrieben, welcher die letzte Prozessstufe bildet. Durch den chemischen Reduktionsprozess mit Wasserstoff wird aus dem fünfwertigen Vanadium ein dreiwertiges Vanadiumoxid. Damit die Reduktion störungsfrei erfolgt, ist ein Überschuss an Wasserstoff erforderlich. Das Abgas wird aktuell über einen Kamin ins Freie abgeleitet und der Energieinhalt des enthaltenen Wasserstoffs somit nicht genutzt.

Wasserstoff aus dem Produktionsprozess reduziert Erdgasbedarf maßgeblich
Geplant ist nun die Nutzung dieses Überschuss-Wasserstoffs für den Brenner der Vanadiumoxid- Anlage. Im Zuge des Projekts sind mehrere Optimierungen angedacht: Einerseits die Herstellung der Gasausbindung hinter dem Schwefelsäurewäscher und neue Gasleitungen zu den Brennkammern des Etagenofens. Weiters erfolgt die Montage neuer Brennerregelstrecken für das Abgas von Reduktionsofen 3 und die Montage von Brennerlanzen mit Schleierluft in die jeweilige Brennkammer des Etagenofen 2. Die Installation der elektrischen Versorgung sowie der zugehörigen Mess- und Steuerungs-Technik und die Anbindung von Hilfssystemen wie Druckluftsystem und Stickstoffspülsystem vervollständigen die Adaptierungen.

Durch die Maßnahme können 2.060 MWh Erdgas (als Brennergas) pro Jahr eingespart und CO2-Emissionen im Ausmaß von 482 Tonnen jährlich vermieden werden.

Rund 823.000 Euro investiert die Treibacher Industrie AG in die Realisierung dieses nachhaltigen Projekts. Davon werden 230.000 Euro durch Förderungen aus der „Umweltförderung im Inland“, sowie aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung bereitgestellt. Die Kommunalkredit Public Consulting ist für die Förderungsabwicklung im Auftrag des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) zuständig.

Luftaufnahme der Treibacher Industrie AG
Urheberrecht: Treibacher Industrie AG
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