UFI-Projekt März 2022 - Wien Energie GmbH

Leistungsstärkste Großwärmepumpe Europas wird ab 2023 komplett klimaneutral aus regionalen Energiequellen betrieben

Die Wien Energie GmbH plant am Standort der Hauptkläranlage in Wien Simmering die Errichtung einer der leistungsstärksten Großwärmepumpen Europas. Diese wird nach Fertigstellung komplett klimaneutral aus regionalen Energiequellen betrieben: Zwei Drittel der benötigten Energie kommen aus der Abwärme des gereinigten Abwassers der Kläranlage. Das letzte Drittel wird mit Ökostrom direkt aus dem benachbarten Donaukraftwerk Freudenau gedeckt.

In einer ersten Projektphase, welche bis Mitte 2023 umgesetzt werden soll, werden vorerst drei Wärmepumpen mit einer Leistung von insgesamt 55 Megawatt und einer elektrischen Anschlussleistung von insgesamt 18 Megawatt installiert. Die hochmoderne Anlage ist ein wesentlicher Schritt, um Fernwärme für Wien künftig ausschließlich klimaneutral zu erzeugen.

Wie wird Wärme aus Abwasser erzeugt?

Als Wärmequelle soll also das geklärte Abwasser aus der Hauptkläranlage dienen, welches aus dem Kläranlagenablauf entnommen wird. Normalerweise fließt das Abwasser nach der Reinigung in den Donaukanal, ab 2023 macht es davor noch einen Umweg in die Großwärmepumpenanlage: Dort stehen im Vollausbau sechs Wärmepumpen, die mit Wärmetauschern dem gereinigten Wasser rund 6 Grad Celsius entziehen. Diese geringe Temperatur kann die Wien Energie mit der modernen Technik in der hochkomplexen Anlage nutzen, um Wärme mit mehr als 90 Grad Celsius zu erzeugen.

Diese Wärme wird dann in Form von heißem Wasser über eine neue Anschlussleitung in das bestehende Fernwärmenetz der Simmeringer Gärtner eingespeist. Der nicht lokal verwendete Anteil wird über die Pumpstation Simmering in das gesamte Wiener Fernwärmenetz verteilt. In der ersten Projektphase wird von einer Wärmeeinspeisung von zumindest 95 Gigawattstunden pro Jahr ausgegangen. Die Wien Energie GmbH verwertet so die wertvolle Wärmeenergie im gereinigten Abwasser, die bislang ungenutzt blieb.

Ökostrom vom Wasserkraftwerk direkt zur Wärmepumpe

Die für den Betrieb der Wärmepumpenanlage benötigte elektrische Energie von jährlich rd. 35,2 Gigawattstunden bezieht die Wien Energie direkt vom nahegelegenen VERBUND-Donaukraftwerk Freudenau. Für den effizienten und optimalen Betrieb der Wärmepumpe wird eine eigene Direktleitung zwischen Kraftwerk und Anlage errichtet. Beim Kraftwerk wird eine eigene Abzweigstelle gebaut. Von dort fließt der Strom künftig über die rund ein Kilometer lange Leitung bis zur Wärmepumpe. So kommt sämtliche eingesetzte Energie direkt aus der Umgebung und kann für die Wärmeversorgung effizient genutzt werden.

Mit dieser Maßnahme können in der ersten Projektphase (mit vorerst 3 Wärmepumpen) bereits rund 17.700 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. In der ersten Ausbaustufe investiert die Wien Energie GmbH rund 48,7 Mio. Euro in die Realisierung dieses zukunftsorientierten Großprojektes. 19,3 Mio. betreffen die Errichtung der Wärmepumpen und werden mit 4,5 Mio. Euro durch Förderungen aus der „Umweltförderung im Inland“ unterstützt. Die Kommunalkredit Public Consulting ist für die Förderungsabwicklung im Auftrag des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) zuständig.

Entwurf Bild Großwärmepumpe Wien Energie GmbH
Urheberrecht: smartvoll_Mathias Bank
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